Der Herbst des Lebens zieht ins Land. Und so ist es hoch an der Zeit, sich noch einmal auf den Weg zu machen. Spannende Menschen treffen. Wunder bestaunen, die da draußen auf den warten, der sie sehen mag. Die Reise zu uns selbst führt dieses Mal nach Andalusien – wir lassen uns von den Pueblos Blancos blenden, studieren Picassos Kubismus und schaukeln uns gegen die Kälte, den Sand des Propheten und den verdammten Levante durch die Sierras und an der iberischen Ostküste entlang nach Barcelona.

Malaga, Ronda, Setenil, Salobrena, Calp, Peñíscola, Barcelona

 

Andalucia oder: wem die Stunde schlägt

von und mit Traugott Schneidtinger, Gernot & Lisi Stadler

Andalusien, die Wiege von Flamenco, Tapas, Corrida und Lebenstraum nordischer Winterflüchtlinge, wurde mehrfach heimgesucht zu Beginn dieses Chaosjahres 2026: erst fegten Sturmtiefs namens Konrad, Leonardo, Marta, Regina und Jana über die Costa del Sol. Dann kratzte das lustige Dreibettzimmer mit Harry, Heinz und Ewald tiefe Spuren in den iberischen Asphalt und zuletzt schlugen noch zwei weitere Adler der Guzzisti Montfort mit der Ryan Air im Revier von Dali´s andalusischem Hund auf.

 

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Málagas beeindruckende Altstadt

Roter Teppich in Málaga

Der andalusische Teil der großen Spanien-Reise beginnt für Traugott und mich in Alhaurín de la Torre. Katja und der Niederberger Sepp von bmwbiking.de haben dort ihr spanisches Hauptquartier. Und weil der Niederberger Sepp Motorradtransporte von Lenggries nach Andalusien anbietet und die dazugehörige Einlagerung der Bikes dazu, finden wir unsere Bikes wohlbehütet zwischen Sepps Gummikühen in Alhaurin de la Torre. Und nach kurzer Umpackerei reiten wir dann am Rande einer dunkelschwarzen Gewitterfront einem ersten Buenas Tardes in der Provinzhauptstadt entgegen.

 

Málagas verwinkelte Altstadt beeindruckt einen Tag und zwei Nächte lang mit kurzen Wegen zu den Hot-Spots, wie dem wunderbaren Picasso Museum, der Kathedrale, schonend bepreisten Tapas-Bars, der chilligen Hafenpromenade inklusive ikonischer Pergola inklusive protziger Oligarchen-Yacht und einer rundum fröhlich-friedlich-freundlicher Frühlings-Atmosphäre nach dem harten Winter. Und Málaga hat für uns exklusiv einen ewig langen, roten Teppich vor dem Teatro Cervantes ausgelegt. Erst später lernen wir, dass der Red Carpet für die Stars des Festival de Málaga Cine en Español ausgelegt wurde und nicht für uns Guzzisti Montfort. Die ø 50cm große Familien-Fleischplatte im Los Gatos dagegen, die ist nur für uns zwei. Übrigens: das Hotel Ibis de Ciudad bietet fussläufige Nähe zu sämtlichen Attraktionen der Altstadt, eine Tiefgarage für die Mopeds und ein großartiges Frühstücksbuffet für deren Lenker.

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Kirschen- und Mandelblüte im andalusischen März

Über die Berge nach Salobreña

Irgendwann reissen wir uns dann doch noch los vom Charme der Stadt und machen uns auf die Socken. Vorbei am Niederberger Sepp in Alhaurin de la Torre, nördlich hinauf in den Naturpark Montes de Málaga, dann der Schwenk nach Osten entlang des gut gefüllten Stausees La Viñuela und nördlich weiter über den markanten Gebirgspass Boquete de Zafarraya bis nach Alhama de Granada: Hunderte Kurven, tausende Gummischlangen, zehntausende Olivenbäume, null Verkehr, zwei Radfahrer.

 

Beim nächsten Stausee Pantano de los Bermejales wundern wir uns ein weiteres Mal, wie schnell sich die Landschaft hier wechselt, und langsam werden auch die Flanken der Tourance Next 2 Hufe ziemlich sauber. Achtung Suchtgefahr: die wunderbare die Carreterea de la Cabra a – die störrisch wilde Ziegenstraße (A-4050), eingebettet zwischen surrealen Felsformationen und dunklen Schluchten. Der Adler aus Mandello stürzt sich hinunter nach Salobreña an der Costa del Sol, wo er im gleichnamigen Hotel Salobreña Suites aufschlägt.
 
Halbpension mit wirklich tollem Frühstücks- und Abendbuffet, großen Zimmern mit Meerblick, großem Pool mit sauberem Wasser, weil bei erfrischenden 17°C niemand baden geht, und wie überall um diese Jahreszeit wahnsinnig freundliches Personal. Das Ganze um sage und schreibe € 52,- pro Tag. Inklusive Halbpension! Etwas weit weg vom Schuss, aber ideal für Biker, die mit einem Glas Vino Tinto aus der Bar und dem Blick übers weite Meer den Kurventraum des Tages nochmals Revue passieren lassen wollen. Das gutgelaunte Zweirad-Trio, bestehend aus einer schönen Multistrada V2, einer seltenen Stelvio und einer alten Transe samt ihren Reitern Harry, Ewald und Heinz ist auch schon da.

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Sonnenaufgang in Salobrena

Pasión y emoción

Neuer Tag, neues Glück und die mittlerweile fünf Amigos tanzen nach 30 km verkehrsleerer Küstenstraße bei Casarones hinauf in die andalusische Einsamkeit. Irgendwann begegnen sie einem Österreichischen Ténéré-Biker und später dann zwei stolzen andalusischen Reitern mitten auf der Straße. Alle gehen vom Gas und grüßen sich freundlich. Pause in Cherin bei Joaquins Tapas Bar. Die Verständigung ist anfangs ein wenig holprig, nimmt dann aber zunehmend Fahrt auf. Kein Wunder, wenn sich im spanischen Hinterland ein Kolumbianer (Joaquin) mit einem Österreicher (Harry) in rudimentärem italienisch unterhalten. 
 
Mit vollen Bäuchen werden die Brembos auf der A347 hinunter nach Adra ziemlich angewärmt und der Blick über die endlosen Plastikdächer unten an der Küste ist für Mitteleuropäer ein wenig gewöhnungsbedürftig. Deshalb beschließen die Amigos eine weitere Ehrenrunde in die Berge, auf der Kurvenschleueder AL-6300 hinauf zum Rio Grande werden Joaquins Tapas in Adrenalin umgesetzt. 

 

Zum Schwitzen bringt mich Harry dann mit dem Vorschlag eines Partner-Tausches: fortan muss ich die ps-starke Ducati Multistrada reiten, während er Moto Guzzi V85TT fahren darf. Beim zweiten Landeanflug auf die Plastiklandschaft rund um Adra habe ich mich an die temperamentvolle Italienerin gewöhnt, während sich der Rennstrecken erprobte Harry mit dem Gewackel der Guzzi herumschlägt. Das Gewackel, erklär ich ihm, nennt man „emoción y pasión”. Der gemeinsame abendliche Flamenco über die 60km lange einsame (!) Küstenstrasse zurück nach Salobrena ist dann ganz großes Kino.

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Frigiliana, die Perle der Pueblos Blancos

Zwei alte Männer und das Meer

Nach einem wunderbaren aber extrem windigen Sonnenaufgang mit Frühstück sage ich den Amigos, dass ich heute nicht mitfahren mag in die stürmischen Berge. Traugott begleitet mich dabei. Etwas später stürmen wir zwei aber nochmals über die Küstenstraße und landen in Nerja. Staunen über die Reisebusse, die ihre wertvolle Fracht in die Warteschlange am Balcón de Europa abladen.

 

Dann weiter nach Frigliana, der stolzen Andalusierin im schneeweissen Hochzeitskleid. In der Bar am Dorfplatz die erste Engländerin mit krebsroter Birne vom gleichzeitigen Bad in Sonne und Promille. In der Eisdiele eine wunderschöne Schwedin, die meinem Freund erzählt, in Österreich nur Vorarlberg, und dort nur Feldkirch zu kennen. Ausgerechnet Feldkirch, unseren Heimathafen – welch Zufall. To be continued. 

 

Ein paar Kilometer auf der MA5105 weiter erwischt es dann mich: beim wehmütigen Blick ins Tal werde ich von einer Schönheit aus dem Land des Lächelns schwer angesprochen. Sie verweist mich ins Hotel Rural Los Caracoles, wo es ausser ihr den wohl schönsten Blick zurück auf Frigliana und das Meer geben soll. Und Recht hat sie! Schwer angeknocket über soviel Erfolg bei den Chicas schleppen wir uns zurück nach Salobrena.

 

Den späten Nachmittag verplempern wir am leeren Strand von Salobrena bei einem standesgemäßen Five o´clock Campari in der Strandbar. Der Wind pfeift durch die Plastikwände, das aufgewühlte Meer schickt eine Serie von Brechern auf den Strand und am Himmel fliegen die Wolkenfetzen übers Land. Was für ein Tag an der Costa del Sol!

Spektakulär: die Puente Nuevo von Ronda

Spektakulär: die Puente Nuevo von Ronda

Auf den Spuren von Reich & Schön

Abschied von Salobrena und dem fröhlichen Dreibettzimmer, Freude über einen weiteren Ritt auf den Küstenkurven Richtung Nerja. Foto-Stopp bei der Schloss Skulptur des dänischen Künstlers Anton Jenson in Torrox Costa, dann über die Autobahn zum Fotoshooting vor dem Nachtclub in Marbella, dem Nabel der Reichen und Schönen, der tagsüber natürlich geschlossen ist. Alternativ dazu räkeln sich live die ersten Tangas in der Sonne bei intensiven 12°C im Schatten.

 

Ich komme mir im selbstbestrickten Wolljäckchen leicht overdressed vor am legendären Strand der mehr oder weniger Reichen und Schönen. Kopfschütteln dann beim Abschied von Marbella, der durch kilometerlange, durch Mauern und Stacheldraht vom Leben abgeschirmte Seniorenghettos für zahlungskräftige Senioren führt – jedes mit eigenem Golfplatz.

 

Meine Laune steigt spürbar beim Eintritt in die Bergrennstrecke von Marbella nach Ronda. Die legendäre A-397 gilt als Himmel auf Erden für Spaniens Knieschleiferfraktion. Knapp 50 km später machen sie dann alle Pause im Boxenstopp vom Motorradtreff Vento El Madrono. Die Motoren knistern, die verschwitzten, meist sehr jungen Fahrer tauschen verklärte Blicke und auch zahlreiche Mädels schälen sich aus ihren Lederkombis. Die Idylle wird durch das Aufheulen von Motoren bereichert, die einen weiteren Kurvenvirtuosen ankündigen.

 

Später in Ronda auf der berühmten Brücke – wir dürfen darüber fahren, weil unser Hotel Don Miguel direkt am Puente Nuevo liegt – geniessen wir den Blick in die über 120 m tiefe Schlucht El Tajo. Und wir lernen: am Schönsten ist Ronda am späten Abend und am frühen Morgen, wenn die Touristen noch von ihrer täglichen Schlacht mit Ihresgleichen auf dem 1793 erstellten andalusischem Wahrzeichen träumen. Also schlendern wir bei Sonnenuntergang über die Brücke in den maurischen Stadtteil und werden magisch von der alten Kirche angezogen. Dort platzen wir in ein Konzert von J.S. Bach, mit großem Orchester, Chor und Solisten – die Akustik in der Iglesia de Santa Maria la Major, die auf einer frühchristlichen Basilika und späteren Moschee basiert, berührt die Seelen und erfreut die atemlos lauschenden Konzertgäste.

 

Szenenwechsel. Die Stierkampfarena von Ronda am Plaza de Toros gilt als die Wiege des modernen spanischen Stierkampfs. Ernest Hemingway war fasziniert von der Corrida, die er in „Tod am Nachmittag” beschrieb. Auch in „wem die Stunde schlägt” verarbeitete er Szenen, die auf die Geschichte Rondas anspielen. Im Restaurant Pedro Romero gegenüber der Arena treffen wir auf Hemingway, der uns aus mehreren Bilderrahmen zwischen den mit Helden des Stierkampfs tapezierten Wänden ern(e)st über die Schulter blickt. Das atmosphärisch stimmige Dinner im Pedro Romero ist übrigens Weltklasse.

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Eine andere Welt – Hirte in Andalusien

Los Pueblos Blancos

Der neue Tag in Andalusien beginnt standesgemäß: gratis Sonnenaufgang auf der Puente Nuevo, Frühstück im Parador de Ronda vis-à-vis vom Hotel Don Miguel, Tankstopp und los geht's in die viel besungenen Weißen Dörfer. Frigiliana kennen wir schon, Setenil de las Bodegas, Zahara de la Sierra, Grazalema und Arcos de la Frontera noch nicht.

 

Die kleinen und kleinsten Straßen zwischen den Pueblos Blancos im andalusischen Hinterland tragen noch die Wunden der Winterstürme. Selbst flache Hänge sind abgerutscht, die braunen Narben ziehen sich durch ein Grün, das Andalusien so seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Schmutz auf den Straßen, breite Risse im Asphalt, Straßensperrungen und Umleitungen verlangen konzentriertes Fahren. Du weisst nie, was hinter der nächsten Kurve auf dich wartet.

 

 Unter den Felsen von Setenil wartet dann ein perfekter Café von leche und in Olvera ankern wir in einem der spektakulärsten Pueblos der Provinz Cadiz. Die maurische Burg aus dem 12. Jhdt. und die monumentale Kirche rahmen einen Dorfplatz ein, der aus der Zeit gefallen scheint. Der authentische Ort strahlt eine unglaublich friedliche Ruhe aus, die den müden Reiter verführt, sein Pferd hier und jetzt an den Nagel zu hängen.

 

Später folgen noch das malerische Zahara und das von einem unsympathischen Parkplatz-Sheriff geführte Grazalema bis zum diesmal westlichsten Punkt der Reise: in Arcos de la Frontera leisten wir uns standesgemäß den Parador de Arcos de la Frontera, zu dem eine verwegene Auffahrt durch steile, enge Altstadtgässchen führt. Die Aussicht aus der ehemaligen Regierungsresidenz hoch oben über das weite Land ist schlichtweg spektakulär.

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Landpartie: auf dem Weg von Arcos nach Antequera

Der Tretboot-Chef und seine hübsche Schwester

Langsam wird's Zeit für die Rückfahrt nach Málaga an diesem siebten Tag des andalusischen Teils unserer spanischen „Erfahrung”. Auf dem Weg von Arcos nach Antequera ankern wir in Overa, einem der spektakulärsten Pueblos der Provinz Cadiz. Die maurische Burg aus dem 12. Jhdt. und die monumentale Kirche rahmen einen Dorfplatz ein, der aus der Zeit gefallen scheint. Der authentische Ort strahlt eine unglaublich friedliche Ruhe aus, die den müden Reiter verführt, sein Pferd hier und jetzt an den Nagel zu hängen. 
 
Wir aber reiten weiter und stemmen uns gegen extreme Windböen. Mit rissigen Lippen und tränenden Augen trauen wir letzteren nicht, als wir Campillos passieren: tausende Plastikboote, riesige Mickey- und Minni-Mäuse und ein Wald aus bunten Surfbrettern säumen plötzlich den Straßenrand mitten in der andalusischen Pampa. Zwei Kilometer Reaktionszeit, bis wir in die Eisen steigen und umkehren. Die Auffahrt zur Tretbootfabrik „La Noria”, seit 1973, wird von leicht angeblichenen Paddel- und Tret-Occasionen gesäumt und von einem echten Kettenhund der Marke Monster. Oben werden wir winkend vom Chef der Tretbootfabrik begrüßt, der uns einen Prospekt, eine Fabrikführung, die Tretboot-Generalvertretung für Österreich und in weiterer Folge auch seine hübsche Schwester anbietet. Nur schwer lässt sich der freundliche Tretboot-Fabrikant davon überzeugen, dass auf der Guzzi kein Platz für ein Muster ist. Nicht mal für die Schwester...

 

Der Schwenk nach Süden von Campillos an die drei großen Guadalhorce-Stauseen bringt uns in die Nähe des nördlichen Eingangs des Caminito del Rey, des einst gefährlichsten Weges der Welt, mittlerweile für Touristen entschärft. Nach dem See führt die MA-5003 nach El Chorro – für Enduros und halbwegs mutige Fahrer empfiehlt sich dann die teilweise geschotterte Abkürzung MA-4401. Wer diese Aufgabe – am Besten mit Hilfe von Öhlins & Co – übersteht, wird dann auf der A-343 kilometerlang bis Antequera mit einer sagenhaften Go-Kart Bahn belohnt. In Antequera mit ihren Dolmenstätten und maurischer Festung bieten Hotels wie das Manzenito im Zentrum hervorragende Verhältnisse von Preis und Leistung. Auch die bewachte öffentliche Garage passt perfekt.

Viele Wege führen nach Málaga

¡Hasta luego, Andalucía!

Von Antequera zum Niederberger Sepp von bmwbiking nach Alhaurin de la Torre gibt es verschiedene Road-Maps: über die A-343, die A-7075 oder die Mautobahn - es sind immer um die 65 km. Und nur 150 m entfernt vom Niederberger Sepp steht das Hotel Cortijo Chico mit Tiefgarage auch für Langzeitparker, freundlichem Personal und super Anschluss an den Airport.

 

Der Check-In im Flughafen Málaga-Costa del Sol funktioniert im Frühjahr schnell, kurz und schmerzlos – im Juli, August wird dort dann die Hölle los sein. Und so wird unser letzter Tag in Andalusien bei einer wunderbaren Paella im Cortijo Chico gleichzeitig der erste Tag voller Vorfreude auf den zweiten Teil unserer Reise durch den Süden Spaniens. 

 

Hasta luego!

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Die Sonne versinkt im Meer vor Benalmádena

Motorradtour Südspanien, Teil 2

Biker-Karma sagt: Plan B

Es ist inzwischen April geworden und wieder fliegen wir nach Süden, reiten erneut nach Ronda. Kolumbus' Schiffe Nina, Pinta und Santa Maria in Palos wollen wir sehen, die Portugiesische Algarve mit dem Ponta da Piedade bei Lagos und dem Ankerfriedhof in Taveira, das pittoreske Carvoeiro und das Ende der Welt in Sagres. Die westliche Costa Vicentina hoch zu den Hippie- und Surferspots bis Odexeice. Dann durch die Serra de Monchique zurück nach Spanien, den Flamenco der Feria de Abril in Sevilla genießen und das wunderbare jüdische Viertel in Cordoba am Guadalquvir entdecken. Das ist der Plan. 

 

Doch das Leben schreibt einen anderen Plan. Diesmal mit Lisi im Gepäck und wieder in Ronda gelandet, schickt uns das Biker-Karma dann nicht nach Westen sondern kurzfristig in den Süden, runter an die Küste nach Benalmádena. In einem 10-stöckigen Kasten mit dem klingenden Namen Estival Torrequebrada feiern wir mit hunderten zweibeinigen Schaufelbaggern eine – zugegeben beieindruckende – Buffet-Orgie. Später, in Málaga, verabschieden wir unseren Freund Traugott und schaukeln frierend weiter nach Osten in die Wüste, ans Cabo de Gata. Im rauhen, noch weitgehend ursprünglichen San José verkriechen wir uns im entzückenden beinahe Strandhotel Cala Arena, bevor wir über die Küstenautobahn A7 Richtung Norden weiter schaukeln.

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Dackel Julius am Strand von Calpe

Kalte Tage an der Costa Blanca

Von drei Wegen in den Norden Spaniens nach Barcelona entscheiden wir uns für den Langweiligsten entlang der Küste. In Calpe bleiben wir wetterbedingt zwei verregnete, saukalte Tage im wundervollen, kleinen Hotel Terra de Mar. Wir verkriechen uns im Irish Pub von Calpe, fotografieren den hyperaktiven Dackel Julius am sonst leeren Strand und stopfen uns in der Umami Tapas Bar mit kleinen Köstlichkeiten voll. Eine Expedition ins noch hässlichere Benidorm ersparen wir uns – ich frage mich schon länger, was nordeuropäische Winterflüchtlinge an den brutal zubetonierten Enklaven der Costa Blanca so reizvoll finden. Antwort finde ich keine.

Sehnsuchtsort Calpe – nicht bei Regen

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Zufluchtsort Calpe – Irish Pub mit Regenschirm

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Vitaminbombe sorgt für gute Laune

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Spanische Delikatessen: Fondue und Raclette

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Häkelkurs: Schattenspender über den Gassen der Altstadt

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Eine Bucht weiter: das Künstlerdorf Altea

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Peñíscola: Strandspaziergang im Morgenrot

Der Sand des Propheten

Seit sieben Tagen haben wir die Sonne nicht gesehen. Der Sand des Propheten verdeckt den Himmel, dazu bläst der Levante und es wird nie wärmer als 13°C, max. 15°C. Jetzt endlich, kurz vor Peñíscola, klart es endlich auf. Check-In im Geheimtipp Hotel Barra Alta, mitten in der pittoresken Altstadt am Fuß der berühmten Templerburg. Das ehrwürdige Gemäuer diente im 15. Jhdt als Papstwohnsitz und im 21. Jhdt. als Kulisse für Games of Thrones. Aber selbst hier, rund um die malerische Altstadt von Peñíscola, stören kilometerlange Betonburgen die Idylle der Costa del Azahar.

Moto Guzzzi Motorradtour Spanien

Nach Tagen endlich wieder blauer Himmel

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Strandpromenade in Peñíscola bei Sonnenaufgang

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Leuchtturm mit Burg aus dem 15. Jhdt.

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Strandbar: näher am Wasser geht's nicht

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Eine Altstadt zum Verweilen und Verlieben

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Salvatore Dali lässt grüßen

geheimtipp peniscola

Fangfrisches Meeresgetier direkt auf den Teller

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Zum Baden zu kalt, zu schön zum weitergehen

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Blick vom Park Güell auf die Familia Sagrada

Antonio Gaudís Spielplatz

Ein letzter Ruhetag soll uns in Barcelona vergönnt sein. Die katalonische Metropole voller Kreativität, Charme und pulsierendem Leben. Check-In im einfachen aber preiswerten Hotel Ciutat de Sant Adrià (abgesperrter Parkplatz!)im hafennahen Stadteil Badelona, anschließend lernen wir virtuos U-Bahn fahren, klappern Gaudi´s Familia Sagrada, den Güell-Park ab, dann die Großbaustelle namens Rambla, verlieren uns im berühmten Mercat de la Boqueria und im kulinarischen Tapaszentrum des gotischen Viertels.

 

Abends zurück in Badelona werden wir in unserer kleinen Bodega El Celler am zweiten Tag schon wie alte Freunde begrüßt. Und zum Abschied von Barcelona dann doch noch ein schweisstreibendes Abenteuer: Rush hour auf der langen Geraden zum Fährhafen. Wir vertrauen auf die spanischen Autofahrer, die immer eine Gasse für die Rollerfraktion und den Adler aus Mandello frei lassen, der dann mit letztem Einsatz sicher auf der Fähre nach Genua landet. 
 
Zwei tranquillo dias später ist auch diese Reise Geschichte.

familia sagrada barcelona

Sagrada Familia, Gaudis Meisterwerk kurz vor der Vollendung

park güell barcelona

Park Güell, ebenfalls vom Visionär Antonio Gaudi geschaffen

Ein Fest der Sinne: Mercat de la Boqueria

käthe wohlfahrt barcelona

Schräge Weihnacht im April bei Käthe im Gotischen Viertel

La Catedral Barcelona

La Catedral, spektakuläre Architektur aus dem 15. Jhdt.

Eulalia-Legende: 13 weiße Wächter-Gänse der La Catedral

Legende: 13 weiße Eulalia-Gänse bewachen La Catedral

fähre barcelona

Schräg: Seilbahn-Gondel kreuzt den Fähren-Schornstein

fähre barcelona genua

Land im Gesicht: wie weit ist es noch bis Genua?

Volle Dröhnung: Sundowner auf dem Achterdeck

Porto di Genova: nach Hause oder lieber weiter nach Palermo?